Bewegungs-Abferkelbucht

Willkommen in unserer Abferkelbucht in Mettmann

Praxistest einer Abferkelbucht als Laufbucht für Sauen

Solanta und Rosanna sind sich einig,

das ist unsere

Abferkelbucht.

Die Abferkelbucht, ein Praxistest für tiergerechte Haltung

 

Allgemeines und Kritisches

 

Diese Bewegungsbucht bezieht sich auf den Interneteintrag von 2005 unter:

Die Abferkelbucht, ein Denkmodell für tiergerechte Haltung.

Die Bewegungsbucht wurde 2021/2022 privat als Gegenentwurf zu den üblichen

Umdrehbuchten als Rundlaufbucht für Sauen gebaut und getestet.

Im Ergebnis entspricht diese Lauf - und Bewegungsbucht, bis auf einige Details, den positiven

Erwartungen. Bei den bisherigen Bewegungs – und Abferkelbuchten muss festgestellt

werden, dass sie sich im Aufbau unterscheiden, aber letztendlich zum großen Teil die Gene der alten Sauenkoben von früher haben. Die Sau kann zwar fixiert werden, aber nach fünf Tagen, soll sie Laut Gesetzgeber „freigelassen werden“. Ab diesem Zeitpunkt sollen kaum noch Ferkelverluste durch das Abliegen der Sau entstehen. Argumente, wie mütterliche Sauen, Fluchtreflexe der Ferkel usw. sind dann Makulatur, wenn der Landwirt bei der morgendlichen Stallarbeit von einzelnen Sauen den „halben Wurf entsorgen“ kann. Was wird er wohl machen? Die Sau bleibt nicht nur fünf Tage, sondern zehn Tage, vierzehn Tage, oder gleich wieder ganz im Käfig. Kontrolleure überprüfen das, und der Sauenhalter wird zur Rechenschaft gezogen.

Im Praxisversuch mit der Laufbucht wurden die drei Testsauen einen Tag nach der Abferkelung  durchgehend in den Rundlauf „entlassen“.

(Erdrückte Ferkel gab es bei keinem Durchgang)

                                                                                     

Ferkelschutzkorb


Der Ferkelschutzkorb ist ein fester Bestandteil der Rundlaufbucht.

Seine Besonderheit ist die zu öffnende, seitliche Zugänglichkeit zum Rundlauf um das Ferkelnest. Abliegehilfen im Käfig und eine rutschfeste Liegematte sind selbstverständlich. Aus der allgemeinen Praxiserfahrung heraus, ist der Ferkelschutzkorb der effektivste Ferkelschutz. Er hat allerdings den gravierenden Nachteil der Dauerfixierung der Sau. Diese nicht tiergerechte Haltungsform besteht im Rundlaufsystem der Rundlaufbucht nicht mehr. In der Rundlaufbucht ist eine gesteuerte, ferkelschützende und für die Sau vorsichtige Abliegemöglichkeit in Seitenlage nur im Durchlaufkäfig der Laufbucht möglich.

Diese Hilfe wird von der Sau intuitiv auch „gern und dankend“ angenommen.

Abliegehilfen in üblichen Bewegungsbuchten sind zwar meist vorhanden, haben aber keine unbedingt steuernde Funktion im Abliegeverhalten der Sau. (Freies Abliegen ohne Ferkelschutz ist möglich) Im Spagat zwischen Bewegungsfreiheit für die Sau und dem größtmöglichen Ferkelschutz gilt aber auch bei Bewegungsbuchten  die Maxime: jedes erdrückte Ferkel ist eines zu viel.

Die Idee der Rundlaufbucht hat den Anspruch diesem Ziel, auch unter Tierwohlgesichtspunkten, so weit wie möglich gerecht zu werden.

Ferkelnest

Die zu kleinen, harten, unbehaglichen, falsch geschnittenen, oft nicht abgedeckten und auch nicht absperrbaren Ferkelnester in konventionellen, wie in den üblichen Bewegungsbuchten sind von der Arbeitswirtschaft und der Energieeffizienz nicht akzeptabel.

Alternativ dazu haben große Würfe in dem 1,5 qm großen Ferkelnest der Rundlaufbucht genügend Platz.

Durch die mittige Platzierung der Ferkelkiste in der Abferkelbucht wird der Rundlauf der Sau in dem System möglich gemacht. (Synergieeffekt von Ferkelnest und Rundlauf)

Eine herausnehmbare Zwischenwand für wachsende Ferkel ist vorhanden.

Durch den quadratischen Zuschnitt der Ferkelkiste wird ein entspanntes Liegeverhalten aller Ferkel rund um die Wärmelampe ermöglicht. In den meist üblichen Rechtecknestern haben gerade die schwächsten Ferkel in dieser Hinsicht das Nachsehen.

Anmerkung: die Sauenkoben von früher waren in gewisser Weise durch Einstreu tiergerechter für Sau und Ferkel, als die harten perforierten Böden heutiger Abferkelbuchten. Eine Kompensation der Einstreu in „modernen“ Abferkelbuchten durch tierfreundliches Liegematerial, sollte doch möglich sein.

 

Rundlauf


Durch Abweiser im Rundlauf ergibt sich eine 30 cm breite Lauffläche für die Sau.

Hier kann sie sich nur in Bauchlage ablegen. Die steuernden Abweiser im Rundlauf sind aber bei den eher selten vorkommenden Abliegevorgängen der Sau zum Ferkelschutz unabdingbar. Sollte hier einmal ein Ferkel „unter die Räder kommen“, ist die Bereitschaft der Sau darauf sofort zu reagieren viel sensibler und auch spontaner als in der bequemen Seitenlage.

Das „Rolling“ ist im Rundlauf nicht möglich. Fluchtwege der Ferkel haben sich im Rundlauf als nicht erforderlich herausgestellt. (Im Versuch ergaben sich keine Probleme oder Ferkelverluste). Ein Grund dafür ist auch, dass der Rundlauf durch zwei Absperrungen erst nach ca. 10 Tagen erstmalig von den Ferkeln genutzt wird.

Anmerkung zum Fluchtreflex der Ferkel:

Wenn die Sau zur Milchabgabe bereit ist, überlagert der Saugreflex der Ferkel den Fluchtreflex, und alle Vorsicht ist dahin. Daher ist das Vorhalten großer Fluchträume nicht zielführend. Ferkelrettung ist daher in erster Linie über Hilfen für die Sau zu erreichen.

Im Rundlauf kann die Sau Raufutter aufnehmen, in Bauchlage kann sie ruhen und sie hat „weit weg“ von ihrem Liegebereich (Käfig) ihre feste Exkrementenstelle. In Umdrehbuchten wird dieses Grundbedürfnis der Sau nur unzureichend bis gar nicht berücksichtigt.

Außerdem ist Kot und Urin im Käfig absetzten zu müssen, für die Sau widernatürlich.

Noch ein Gesichtspunkt:

Schweine haben ein gestrecktes Lauf – und Liegeverhalten (nicht wie z.B. der Hund), daher sind 360 Grad Wendungen in Umdrehbuchten nicht gerade artspezifisch.

Im Rundlauf sind es vier Mal 90 Grad Wendungen um das Ferkelnest.

 

Ferkel und Rundlaufbucht


Neugeborene und wenige Tage alten Ferkel haben zunächst ihr überschaubares Umfeld, bedingt durch zwei Absperrungen zum Rundlauf, nur im Käfigbereich der Sau und dem

Ferkelnest. Verlaufene und orientierungslose Ferkel, wie in großen Bewegungsbuchten, gibt es hier nicht. Nach etwa zehn Tagen, entdecken und überwinden die ersten Ferkel die zwei begrenzenden Rohrelemente zum Rundlauf. Die Ferkel sind sofort so programmiert, dass sie auf die gleiche Weise über die Absperrungen In den Käfigbereich zurückkommen. Durch das Öffnen von Schlupföffnungen im Ferkelnest ist die Zugänglichkeit aus und in den Rundlauf auch möglich. Das „Klo“ der Ferkel ist ab jetzt auch nur noch im Rundlauf. Die Absperrungen in den Rundlauf können von der Sau bei Öffnung des Käfigs immer überschritten werden.

 

Abschlussbemerkung


Da die Bedürfnisse und Ansprüche von Sau und Ferkel, speziell in der Säugezeit , sehr verschieden bis unvereinbar sind, ist aus dieser Problematik heraus die Idee einer

Rundlaufbucht entstanden. Die gegensätzlichen Anforderungen optimal in einer Abferkelbucht zu lösen, auch von der Arbeitswirtschaftlichkeit, Arbeitssicherheit und Energieeffizienz her, führten zum Bau dieser Bucht mit dem positiven Versuchsergebnis in der Praxis.

 

PS.


Bauseitig kann die Abferkelbucht als Vollspaltenbucht oder mit einem gemauerten Mittelteil und zwei Güllekanälen als Teilspaltenbucht gebaut werden.

In kleineren Anlagen kann der anfallende Festmist unter den Spalten im „offenen Kanal“ in Verbindung mit einer durchlässigen, abgedeckten Jaucherinne, bei Notwendigkeit

manuell entfernt werden. Das Güllesystem ist hierbei nicht zwingend notwendig.